María Rodríguez alias Pretty and Olé war nicht immer so selbstbewusst. Doch sie hat gelernt, ihren Körper zu akzeptieren. Seither kämpft sie für die “Schönheit ohne Standards” und teilt mit ihrer Community auf YouTube, Instagram und Facebook ihre #prettyfuerza.

 

Als Manager der spanischen YouTuberin María Rodríguez kümmere ich mich nicht nur um ihre Kooperationen mit Werbepartnern, sondern arbeite auch inhaltlich mit ihr an der Entwicklung von neuen Formaten und an der Weiterentwicklung ihrer Marke Pretty and Olé.

Die 32-jährige hat auf YouTube eine ungewöhnliche Zielgruppe: 93% Frauen, ein Großteil davon im Alter zwischen 25-44 Jahren. Marías Community ist somit deutlich älter als die Fans anderer Influencer. Es sind Frauen wie sie, die Marías Videos kommentieren mit Sätzen wie:

      

 

„Ich arbeite gerade an meiner Essstörung und du bist dabei ein großes Vorbild für mich.“ 

„Ich bin auch etwas dicker und wurde deshalb früher oft gehänselt. Ich kann mich wirklich mit dir identifizieren.“

„Etwas, das ich an dir mag und das ich bewundere, ist, dass es dich nicht stört, deinen Körper zu zeigen. Viele würden gar nicht daran denken, so ein Video von sich zu veröffentlichen, aber dich stört das nicht und das ist etwas, was ich sehr an dir mag.“

„Mein größter Komplex war meine Brust, aber durch dich habe ich gelernt, sie anzunehmen anstatt sie zu verstecken.“

 

Viele von Marías Fans reden offen über ihr mangelndes Selbstbewusstsein und darüber, dass es ihnen schwer fällt, ihren Körper zu akzeptieren.

María erfährt unter jedem ihrer Videos, wie dankbar ihre Ratschläge aufgenommen werden und dass es in unserer heutigen Gesellschaft immer wichtiger wird, offen über Themen wie z.B. Übergewicht, Komplexe und mentale Stärke zu sprechen.

So entstand die Idee, diesen Gedankenaustausch nicht nur online stattfinden zu lassen, sondern der Community von Pretty and Olé auch die Möglichkeit zu geben, sich persönlich kennenzulernen.

 

Die Intention der Veranstaltung „Pretty Day“ war nicht, ein typisches Influencer „Meet and Greet” zu organisieren, sondern einen Tag voller Anregungen und positiver Erfahrungen für die  Teilnehmer zu gestalten.

 

Gemeinsam mit einer Ernährungsberaterin, einem Psychologen, einem Zumba Trainer und einer Yoga Lehrerin planten María und ich deshalb folgenden Tagesablauf:

PRETTY MAÑANA (10 AM – 2 PM)

  • 10:00 Healthy breakfast with @NUTRITIONISTHENEWBLACK
  • 11:00 Mental strength with @ARTURO_PSICOLOGO
  • 12:00 Zumba with @MARTINGAUNA_
  • 12:45 Mindful Yoga with LUZ GARCÍA

PRETTY AFTERWORK (5 PM – 9 PM)

  • 17:00 „How to feel fortunate?“ Talk with @PRETTYANDOLE
  • 18:00 RED MOMENT manicure
  • 18:30 RED MOMENT make-up
  • 19:00 Healthy cocktail
  • 20:00 Concert with @ENRIQUERAMIL

Mit über 300 registrierten Teilnehmern wurde unsere Idee von der Community begeistert aufgenommen (Video Pretty Day).

Was sich hingegen als Schwierigkeit herausstellen sollte war die Suche nach Sponsoren und Werbepartnern für das Event.

 

Das wirft wieder die Frage auf, ob diese Unternehmen überhaupt verstehen, wie die Zusammenarbeit mit Influencern im besten Fall funktioniert.

 

Für diverse Produktplatzierungen oder „Halte das Produkt bitte so lange wie möglich in die Kamera“- Inhalte werden große Marketingbudgets bereit gestellt, es geht dabei oft nur um die Reichweite und nicht ums Engagement.

Eine Marke hätte sich auf dieser Veranstaltung und darüber hinaus in den sozialen Medien erfolgreich als echter Kooperations-PARTNER von Pretty and Olé platzieren können. Dabei würden die Werte der Marke in den Köpfen der Teilnehmer automatisch mit den Erfahrungen und Erlebnissen des Tages verknüpft: Nähe, Freundschaft, Vertrauen.

 

Der emotionale Aspekt einer solchen Kooperation ist für Unternehmen von unschätzbarem Wert und kann über diverse Social Media Posts wunderbar erzählt werden.

 

Die Story muss lauten: Marke unterstützt Influencer dabei, sein Ziel zu erreichen.

Leider ist die Denkweise vieler Unternehmen aber genau umgekehrt. Ihrer Ansicht nach soll der Influencer die Marke unterstützen und dank seiner Reichweite möglichst viele Kunden ansprechen. So entsteht ein rein finanziell motivierter Austausch von Gefälligkeiten, die den Blick versperrt auf das, was eigentlich eine werteorientierte Zusammenarbeit sein könnte.

Für María und mich war der „Pretty Day“ ein voller Erfolg, denn wir konnten ihre Zielgruppe so auf eine ganz persönliche Art und Weise kennenlernen. Von groß, klein, dick, dünn, schüchtern, zielstrebig, unauffällig bis hin zu Müttern mit ihren Töchtern war alles vertreten und so wurde schnell klar, dass das was sie verbindet weder ihr Äußeres, noch ihre Einstellung zu ihrem Körper sein kann. 

Nein, was sie verbindet ist, dass sie in María eine Person gefunden haben, mit der sie sich identifizieren und deren Inhalte eine positive Auswirkung auf ihr Leben haben.